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Fernsehen

 

"George Steiner hat auf die Frage, warum das europäische Fernsehen so schlecht sei, so vulgär, dreist und inhuman, geantwortet, daß alles andere ja viel erstaunlicher wäre auf einem Kontinent, wo man noch vor kurzem die Tür verschlossen hielt, während die Menschen aus der Nebenwohnung abgeholt wurden, all dies müsse doch noch irgendwo sein in den Seelen, und das eben sähe man, wenn man hinschauen könne, täglich im Fernsehen. Vielleicht verhält es sich ähnlich, wenn auch auf umgekehrte Art, mit den deutschen Städten, im Grunde schwebt doch selbst über dem Futurismus des Potsdamer Platzes immer noch die panische Fröhlichkeit eines Heinz Erhardt, die verschwitzte Tanzfreude eines Peter Kraus." 

                                              Daniel Kehlmann: Warum sind deutsche Städte so häßlich?

                                              In: Betrifft: Frankfurt am Main 2004, p. 58

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